Er wird von Insekten produziert, die auf die Bienen warten, um den aus den Baumblättern oder Tannennadeln gestochenen Saft mit den Bienen auszutauschen. Vor allem von Blattläusen, Schildläusen und Zikaden. Sie ernähren sich von Pflanzensäften. Dazu stechen die erwähnten Insekten die Siebröhren der Pflanzen an und saugen den stark zuckerhaltigen Saft aus den Blättern obzw. Nadeln. Der Pflanzensaft enthält nur kleine Menge an Eiweissen und freien Aminosäuren. Die Insekten nehmen deshalb soviel Pflanzensaft auf, wie sie benötigen, um ihren Bedarf an Aminosäuren und Wasser zu decken.
Ein Problem haben die Insekten dabei : einigen Überschuss an Zucker. Den Überschuss geben die Insekten als Ausscheidungsprodukt wieder an die Honigbienen oder andere Insekten ab. Ameisen sind bekannt dafür, dass sie die Blattläuse regelrecht melken. Die Süssigkeiten zu melken werden von den Läusen regelrecht erbettelt. Sind keine Ameisen da, werden die Ausscheidungen auf Blättern, Nadeln oder Borke als Honigtau abgesetzt. Sie bilden dort einzelne Tropfen oder einen klebrigen, eingedickte Lasur als Klebemasse. Diese klebrige Lasur wird oft irrtümlicherweise als „Blatthonig“ bezeichnet, obwohl sie natürlich kein Honig ist.
Die Ausscheidungen der Blatt- und Schildläuse sowie Zikaden befinden sich im frischen Zustand klarer Konsistenz. Reich an Frucht- und Traubenzucker (Fruktose und Glukose) beinhaltet die Flüssigkeit . Vor kommen auch Saccharose, Maltose, Trehalose, Turanose und weitere Di- und Trisaccharide .Es treten in kleineren Mengen Oligosaccharide auf.
Typisch für den Honigtau sind die Dreifachzucker Fructomaltose, Melezitose und Erlose. Sie können bis zu 50% des Zuckers enthalten. Honigtau spiegelt nicht die Zusammensetzung des Pflanzensaftes die Zusammensetzung der Zucker wider. Im Darm der Insekten werden Enzyme, die Zucker ab- bzw. aufbauen können, hinzugesetzt. Einige Zucker, vor allem Saccharose, werden gespalten. Im Gegensatz dazu werden die typischen Trisaccharide im Darm aus Einfachzuckern aufgebaut. Es wird diskutiert, ob dabei symbiontische Bakterien eine Rolle spielen.